Was ist Stream Takeover? Werbung als Rahmen um den Stream
Ein Zuschauer sieht seinem Streamer beim Spielen zu. Das Bild schrumpft sanft auf etwa 80 % und rückt in die linke obere Ecke; rechts erscheint eine Seitenleiste der Marke, unten ein Banner. Spiel, Kamera und Chat laufen weiter, danach füllt das Bild wieder den ganzen Bildschirm. Das ist Stream Takeover: Die Marke bekommt einen großen Teil des Bildschirms, und der Zuschauer verliert die Übertragung nicht, die er selbst gewählt hat. Die plattformeigene Werbung läuft in einer Werbepause oder über dem Stream und unterbricht das Zuschauen. Stream Takeover läuft im Stream und hält ihn nicht an.
So sieht Stream Takeover aus, Schritt für Schritt
Eine Einblendung läuft in drei Schritten ab:
- Der Stream wird kleiner. Das Bild schrumpft auf etwa 80 %, rückt nach links oben und läuft im gleichen Seitenverhältnis weiter.
- Die Marke besetzt den Rahmen. Rechts und unten öffnet sich eine L-förmige Fläche. Seitenleiste und unteres Banner tragen Ihre Botschaft, Ihr Video oder Ihr Angebot.
- Der Stream kehrt zurück. Nach der Einblendung füllt das Bild wieder den ganzen Bildschirm. Der Link bleibt im Chat.

Der Streamer bindet die Werbeebene von APIQ einmalig in seine Streaming-Software ein, zum Beispiel OBS, und die Plattform spielt das Creative aus. Weil die Werbung Teil des Videostreams wird, ist sie auf jeder Plattform und jedem Gerät sichtbar, Werbeblocker entfernen sie nicht, und sie bleibt in der Aufzeichnung. Views der Aufzeichnung kommen kostenlos dazu, machen aber nur wenige Prozent des Volumens aus. Der Streamer kann das Creative nicht ändern; schaltet er die Ebene ab, zählen diese Einblendungen nicht.
Creative-Vorgaben für Stream Takeover: die Vorlage 1920×1080
Die Maße der Zonen ergeben sich aus dem Faktor 80 %: 80 % von 1920 sind 1536, 80 % von 1080 sind 864. Der Stream belegt 1536×864 links oben, der Rest gehört der Marke.
| Zone | Größe, px | Position | Anteil am Bildschirm |
|---|---|---|---|
| Canvas | 1920×1080 | Ganzer Bildschirm | 100 % |
| Stream, verkleinert | 1536×864 | Links oben | 64 % |
| Seitenleiste | 384×1080 | Rechts, volle Höhe | 20 % |
| Unteres Banner | 1536×216 | Unter dem Stream | 16 % |
Zusammen decken beide Zonen 36 % des Bildschirms ab, und der Stream behält sein Format 16:9, beschnitten wird nichts. Für das Creative heißt das:
- Ein Rahmen, nicht zwei Anzeigen. Die hohe, schmale Seitenleiste und das lange, flache Banner treffen sich rechts unten. Gestalten Sie beides als einen Rahmen. In der Demo trägt die Leiste die Marken, das Banner den Claim.
- Video passt hinein. Ein Video im Rahmen läuft bis zu 30 Sekunden, ein fertiger TV-Spot eignet sich; die statischen Teile des Rahmens gestalten Sie auf der Vorlage.
- Kein QR-Code im Layout. Die Plattform erzeugt und platziert QR-Codes selbst, separate Versionen des Creatives brauchen Sie nicht.
- Kennzeichnung. Der Leitfaden der Medienanstalten (Stand Juni 2021) sieht für Werbeblöcke in Videos eine ausreichend lange Einblendung oder Ansage „Werbung“ vor, alternativ eine dauerhafte Kennzeichnung der gesamten Werbesequenz; eigene Regeln für Livestreams nennt er nicht. Die Demo trägt im Banner einen Werbehinweis.
- Alles Weitere kommt mit dem Mediaplan, auch die Dateiformate. Noch kein Creative? APIQ hilft bei der Erstellung.
Stream Takeover im Vergleich mit Banner, Vollbild-Video und Umfrage
Alle Formate haben dieselben Klick-Slots und dieselbe Verifizierung; sie teilen den Bildschirm unterschiedlich auf.
| Banner | Vollbild-Video | Interaktive Umfrage | Stream Takeover | |
|---|---|---|---|---|
| Der Stream während der Werbung | In voller Größe; das Banner belegt einen Rand | Vom Video verdeckt | In voller Größe; die Frage erscheint darüber | Läuft mit etwa 80 % weiter, nicht verdeckt |
| Fläche der Marke | Streifen entlang eines Rands oder seitliches Banner auf einem Drittel des Bildschirms | Das ganze Bild | Frage und Antworten, danach ein Video | Seitenleiste und unteres Banner, 36 % des Bildschirms |
| Dauer | 20 Sekunden | Bis zu 30 Sekunden, nicht überspringbar | Abstimmung, danach das Video der Marke | Video im Rahmen bis zu 30 Sekunden |
| Creative | Banner-Motiv; der Streamer wählt eine Position, die Kamera und Spiel nicht verdeckt | Fertiger TV- oder Online-Spot | Frage, Antworten, Video | Vorlage 1920×1080 |
Stream Takeover gibt der Marke mehr Fläche als ein Banner und lässt den Stream – anders als das Vollbild-Video – sichtbar. Für Animationen gibt es Rich Media, eine Vollbild-Ebene mit transparenten Zonen. Formate lassen sich in einer Kampagne kombinieren.
Klicks und Messung
Das Format ist klickbar, der Link wird im Chat dupliziert. Es hat drei klickbare Slots:
- Chat-Link, rund 80 % der Klicks. Er erscheint im Chat, solange die Werbung läuft; auf Twitch mit einer Ankündigung (Announcement).
- QR-Code, rund 10 %. Wird automatisch erzeugt. Auf dem Smart TV kann man nicht klicken, den Code aber mit dem Handy scannen.
- Klick aufs Overlay, rund 10 %. Zuschauer klicken direkt im Stream auf die Werbung.
Die Verteilung ist ein Durchschnitt über die Kampagnen der Plattform, keine Messung für Stream Takeover. Auch bei Stream Takeover zählt der Chat-Link: Schließt sich der Rahmen, füllt der Stream wieder den Bildschirm, und der Link bleibt im Chat. Mehr dazu in Woher Klicks bei Werbung im Stream kommen.
Das System erstellt zu jedem View einen Screenshot und prüft per Computer Vision, ob das Creative zu sehen ist, wo es sitzt und ob die klickbaren Elemente funktionieren; die Zuschauerzahl wird im Moment der Einblendung erfasst. Auf Twitch und Kick prüft es zudem, ob der Chat-Link veröffentlicht und angepinnt ist. Das Anti-Fraud-System bewertet das Publikum nach 15 Parametern und nimmt verdächtigen Traffic aus Report und Rechnung. Sie zahlen nur für verifizierte Views, bei denen das Creative vollständig zu sehen war.
Der Online-Report zeigt verifizierte Views, CTR, QR-Scans, Klicks auf den Chat-Link, Ergebnisse je Creative und je Streamer sowie einen Screenshot zu jedem View. Lesen Sie zuerst die Gesamt-CTR, denn Klicks aufs Overlay machen nur rund ein Zehntel aller Klicks aus. Vergleichen Sie dann die Creatives: Unterschiedliche Creatives bei unterschiedlichen Streamern ergeben einen A/B-Test. Prüfen Sie zuletzt Ihre eigene Attribution mit AppsFlyer, Adjust, UTM-Parametern oder Pixeln. Auf Twitch werden Impression-Pixel akzeptiert, deshalb zählen Conversions nach einem View ebenso wie nach einem Klick. Fällt die CTR eines Streamers unter die vereinbarte Schwelle, wird er automatisch abgeschaltet.
Wann sich Stream Takeover lohnt und wie Sie es testen
Das Format passt zu Produktstarts und -präsentationen, zu Angeboten mit QR-Code oder Promocode und zu Markenbekanntheit über viele Streams hinweg. Braucht die Geschichte den ganzen Bildschirm, wählen Sie Vollbild-Video; für dauerhafte Präsenz in einer langen Kampagne ein Banner.
Öffentliche Kampagnenzahlen zu Stream Takeover gibt es noch nicht: Das Format wird als Demo gezeigt, und keiner der veröffentlichten Cases von APIQ nennt es als eingesetztes Format. Starten Sie deshalb mit einer Pilotkampagne, die Ihnen eigene Zahlen liefert.
- Creative. Zwei oder drei Versionen auf der Vorlage 1920×1080, um sie zwischen Streamern zu vergleichen.
- Einstellungen. Pro Streamer: Frequenz (etwa alle 15, 20 oder 30 Minuten), Tageszeit und Reihenfolge der Creatives. Wenn Wettbewerber ein Thema sind: Kategorie-Exklusivität für den Zeitraum.
- Zeitplan. Der Mediaplan kommt innerhalb von 24 Stunden, der Start folgt 1–2 Tage nach Freigabe der Streamer- und Creative-Liste.
- Was Sie prüfen. Verifizierte Views im Vergleich zum Plan, CTR gesamt und je Slot, CTR je Creative und Streamer, Screenshots des Rahmens und Conversions in Ihrer Attribution.
Fragen Sie den Anbieter vor dem Kauf:
- Auf welchen Kanälen läuft der Rahmen, und kann ich jeden Streamer während der Kampagne entfernen?
- Was setzt ein verifizierter View bei Stream Takeover voraus, und was zeigt der Screenshot?
- Ist der Chat-Link auf jedem Kanal angepinnt, solange der Rahmen läuft, und wer prüft das?
- Sehe ich die Klicks getrennt nach Chat, QR-Code und Overlay, je Creative und je Streamer?
- Ab welcher CTR-Schwelle wird ein Streamer abgeschaltet, und lässt sich die Frequenz während der Kampagne ändern?
Alle Vorgaben finden Sie auf der Seite Stream Takeover. Die Screenshots zeigen auch, was den Rahmen im Stream umgab; wie Marken diesen Kontext steuern, lesen Sie in Markensicherheit in Livestreams. APIQ-Kampagnen können auf Twitch, Kick, YouTube Live und TikTok Live in Spanien, der Türkei, Deutschland, Großbritannien und den USA laufen.